Gedanken zu einem grossen Vogel, oder: Haben die hier alle nen Condor, oder was?!

Fliegen… Schon mal nicht meine Lieblingsbeschaeftigung. Was natuerlich nicht hilfreich ist, wenn man doch so neugierig auf die Welt ist. Klar, so ein Rundflug ist was Feines, oder wenn einem ein Scheich mal eben per erster Klasse bei Emirates einlaedt, aber zu viele schlecht gelaunte Menschen auf engem Raum bei zu miesem Essen und zu unfreundlichem Personal… Schon beim Einchecken (ich bin ja kein Freund der Anglizismen, aber wie zum Teufel nennt man diesen Vorgang denn auf deutsch? Hallo-ich-wuerd-gern-mitfliegen-beschimpfen-Sie-mich-bitte-fuer-die-Tatsache-dass-ich-keinen-Hartschalenkoffer-sondern-einen-Rucksack-habe-Ritual?). Na dabei erfreute uns jedenfalls gleich mal ein entnervter arroganter Mitarbeiter meiner Lieblingsfluggesellschaft (ok-ist ein saubloeder Job da in seinem Schalterchen zu sitzen und alle wollen gut gelaunt in die Ferien fliegen oder man wird von businessmaessig gestressten Krawattenhengsten bloed angemacht), der weder Auskuenfte zum – ich betone nochmals gebuchten! – Babybett machen wollte, noch in irgendeiner Weise Lust hatte ein bisschen freundlich zu sein angesichts eines Vierjaehrigen, der alle Vorgaenge auf dem FLughafen unfassbar spanend findet, AUCH den armen Schaltermenschen. Die Sicherheitskontrolle hingegen war spassig: Durchweg freundlich-prollige Disko-Tuersteher-Belegschaft, die Frauen mit Blinki-Fingernaegeln und aufgeklebtem Zahnstrass, die Maenner alle regelmaessig mit Proteinshakes beimPumpen bei McFit und genderuebergreifend ein Abo fuer die Sonnenbank. Herrlich! Das hebt doch gleich wieder die Laune. Damit kann ick wenigstens umjehen, wa?!
Von den entsetzten Gesichtern der kinderlos Reisenden muss ich wohl kaum berichten. *Warum koennen diese vermaledeiten Jung-Eltern nicht einfach zu Hause bleiben und welcher f****ng Politiker war das nochmal mit dem Elterngeld?!* Das sind uebrigens die gleichen Leute, die einem im Restaurant zum Teufel wuenschen und es lieber saehen, wir wuerden unseren Kindern in geeigneterem Rahmen doch eine Happy Tuete oder ein Junior Meal (hiess das nicht so?!) goennen.
Insgesamt waren es dann wohl so 6-ç Kinder zwischen 9 Monaten und 5 Jahren, deren Eltern sich aber leider auch keine verbuendeten BLicke zuwarfen. Warum eigentlich nicht? Immer, wenn ich jemandem nett (war dit nich nett??) zulaechelte, wurde auf den Boden geblickt. Greift da wieder dieses Elternsyndrom *Wie koennen die nur…*, *Mein Kind kann aber schon…*, *Tristan ist aber laktoseintolerant…* – Ok, ok das ist auch klischee (aber es passt eben manchmal DOCH!
Na jedenfalls bemuehte sich Toechting doch das Bild des armen Traveller-Babys zu bedienen, das von seinen bekackten Eltern um die Welt geschleift wird. Entnervte Blicke von Mitreisenden und Personal, der eigene Puls steigt natuerlich, den man hat doch sonst iiiiiiimmer soooooooo ein unkompliziertes Baby. Gnagnagnagnagna…
Zur Erheiterung gibt es ja aber zum Glueck neben den Eltern noch andere Irre. Naemlich zum Beispiel die alleinreisende, stetig mehr alkoholisierte Dame. Schraeg neben uns sass eine etwa Mitvierzigerin, die richtig fein schraeg war. Im Daemmerzustand zwischen Doesen und Babywiegen durfte ich Zeuge werden, wie die Dame im Bordshop eine elektrische (Sachen gibts…) Buerste und einen Eppilierer erstand. Mit steigendem Sektkonsum fing sie an – und hoerte, ehrlich wahr!, ueber Stunden nicht mehr auf – sich selbst und ihrem – bis auf einen Haarkranz kahlen! – Sitznachbarn das Haupt zu buersten und dabei wie bloed zu kichern. Irgendwann legte der Mann den Arm um sie – da war ich dann unsicher, ob die beiden nicht doch zusammen gehoeren, oder ich unfreiwilliger Zeuge einer spontanen Romanze in 12km Hoehe werden durfte. Bis die Uschi dann – waehrend alles abgedunkelt war und die Leute schlafen wollten – schliesslich *Lucie in the sky with diamonds* traellerte und irgendwann komatoes einschlief, verging einige Zeit. Doch dann! Dann brachte eine voellig andere dem Mann ploetzlich ein etwa 5-jaehriges Maedchen – seine Tochter! Muddi sass also mit Kind weiter hinten, waehrend Vaddern sich den Haarkranz kraulen liess! Na sowas! Da fliegt man doch trotzdem wieder gerne!

Noch ein paar Anmerkungen zum Flug, wahlweise auch als Liebesbrief an Condor zu verstehen:
Kann es sein, dass ein knapp Fuenfjaehriger nicht auf das Klo der Businessklasse darf, obwohl der Junge erstens schon fuer die *Premium Economy* mehr gezahlt hat, zweitens betrffendes stilles Oertchen nur 6 Reihen, das andere aber geschaetzte 40 Reihen entfernt ist und drittens der Weg zum zugeziesenen Klo von den nervigen Servicewagen mit dem f****ng Bordshop versperrt ist??? Schaemt euch!
Leider war der friedliebende Vater der Begleiter, ich befuerchte nach der schlaflosen Nacht haette ich der freundlichen Flugbegleiterin in die Nylons gebissen nach der Ansage…

Ansagen. ANSAGEN! Alter! IMMER wenn unser Baby ENDLICH friedlich einzuschlummern begann. Und natuerlich wachte sie jedes Mal davon auf. NEIN DANKE ich brauche kein besch… Parfum, ich mueffel jetzt noch ein wenig vor mich hin, wenns recht ist!

Das gebuchte – und mehrfach telefonisch bestaetigte Babybett – war im Flieger ploetzlich nicht mehr zugelassen. WHAT?

Ach Condor… Ihr seid doch echt daneben…

One thought on “Gedanken zu einem grossen Vogel, oder: Haben die hier alle nen Condor, oder was?!

  • 31. März 2015 um 20:30
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    Ick hab ma fast einjepuscht vor Lachen

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