17.März – Der Tafelberg

Da waren wir drauf! Man muss ja wissen: Mit dem Tafelberg ist das so eine Sache. Der Berg scheint eine Diva zu sein und nur wer sich genug Zeit nimmt, wird auch mit seinem Anblick von unten und dem Ausblick von oben belohnt. Wichtig: Wer ihn sehen will, sollte sich mehr als zwei Tage Zeit in Kapstadt nehmen, denn der Berg hüllt sich tatsächlich gerne in Wolken. Und da geht dann nichts.

WO ISSER DENN???

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir hatten in unserer Zeit in Kapstadt Glück und durften diesen verflixt beeindruckenden Felsen gebührend bewundern. Bei freier Sicht konnten wir in die Seilbahn klettern und hoch fahren. Wer jetzt sagt “Ihr faule Bande! Solo hoch ist der doch nicht – warum seid ihr nicht hoch gelaufen?!” dem sei gesagt: Es ist verflixt steil! Unser höchster Respekt galt den paar Leuten, die das zu Fuß gemacht haben. In großen Teilen muss man da wohl eher klettern als wandern. Mit dem Tafelberg im Rücken sah die Stadt gleich noch einmal ganz anders aus. Sonst verhüllte sich der Berg ja die ersten Stunden.

DA!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Natürlich waren hier ein Haufen Touris, aber oben verläuft es sich dann schön. Über den Atlantik kann man bis Cape Point blicken – also den südwestlichsten Punkt Afrikas, zu dem auch das Kap der Guten Hoffnung gehört. Man stelle sich das mal vor: Nach Unmengen von Wasser ist das Nächste, was da kommt, die Antarktis!

Hier der Blick auf den “Lions Head”, die Stadt und Robben Island.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Es sind auffällig viele deutsche Touristen unterwegs und wir verfallen in einen Reflex: Sobald sich Erna und Hansi nähern, verstummen wir und versuchen bloß nicht, als ebenfalls Deutsche enttarnt zu werden. Warum tut man das? Warum findet man die meisten anderen Deutschen so peinlich? Warum will man sich so wahnsinnig verwegen und individuell bei seiner Reise fühlen und ist – natürlich! – doch nur einer von Vielen? Tja… Da hätten wir wohl mit dem Rucksack durch Nepal wandern müssen oder so.

Unsere Tagestour began – so richtig schön touristisch – mit einem “Hop on – Hop Off-Bus” wie es sie auch in Berlin, Barcelona und vielen anderen Städten gibt. Praktisch: Man kommt viel rum, bekommt dabei einiges erklärt und kann immer wieder aus- und einsteigen. Max findet den knallroten Doppeldecker natürlich klasse. Auf der Tour kommen wir auch an den schönen Stränden von Camps Bay vorbei. Das Wasser soll allerdings eiskalt sein. Aber wer schon im Golf of Maine war, den sollte das doch nicht schocken, oder?! Im Wasser sind allerdings nur Surfer in Neopren zu sehen.

Mittagessen gab es im “Table Mountain Café” auf dem Gipfel des Tafelberges. Kantinencharakter, Abfütterung von hungrigen Europäern, Asiaten und Amis. Paule verspeist erstmals “ostrich” – also Strauß und beurteilt ihn als “ok” – also unspektakulär. Max findet seinen Papa Seeheim verwegen.

Ein Wort zu den Preisen und Lebenshaltungskosten: Es ist alles sehr günstig! Für dieses Mittagessen bezahlen wir – wohl bemerkt AUF dem Tafelberg, touristischer geht es kaum – 250 Rand, also rund 25€ inklusive Getränken für uns vier. Abends an der Waterfront in Bestlage inklusive Wein für Paule und Dessert für mich 35€. Das erklärt wohl auch die vielen deutschen Touristen, denn ohne Zeitverschiebung kommt man hier in mildes Klima und an billige Verpflegung – das könnte sogar günstiger sein, als die Kanaren.

Als alkoholfreies Bier bekomme ich hier übrigens nur “Beck´s Blue” – Schande! Keinerlei regionales alkoholfreies Bier! Ist ohne Alkohol unter der Würde der südafrikanischen Brauer? Das ist jedenfalls Ottos Erklärung.

Ein Phänomen sind die Taxifahrer, denen WIR (na anderthalb Tagen in Kapstadt!) den Weg nach Seapoint zu unserer Unterkunft erklären müssen. Und ich dachte immer, für eine Taxilizenz muss man den Stadtplan pauken – oder wenigstens ein Navi dabei haben… Der erste Taxifahrer ist sehr nett, der zweite etwas gruselig und fährt wie ein Henker. Na danke! Sind ja nur zwei Kinder ohne Kindersitz mit an Bord…

Wir haben einen Spielplatz in Green Point besucht. Die Anlage wurde im Rahmen der Fußball WM in Südafrika vor vier Jahren angelegt. Es fällt sehr auf, dass man fast ausschließlich weiße Kinder – vereinzelt mit schwarzen Nannys – sieht. Auch Gruppen von Menschen sind fast immer schwarz oder weiß. Nur Schulklassen sind durchmischt. Seltsam…

MAX, WAS HAT DIR HEUTE AM BESTEN GEFALLEN? “Das mit dem Tafelberg!” – denn so eine sich drehende Seilbahngondel ist natürlich schon ein Knaller!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>